Innere Ursache

Unfall aus innerer Ursache

Bedeutung für die Entschädigung der gesetzlichen Unfallversicherung

Unfälle sind zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tode führen ( § 8 Abs. 1 Satz 2 SGB VII).

Das Tatbestandsmerkmal "von außen auf den Menschen einwirken" soll ausdrücken, daß ein aus innerer Ursache kommendes Geschehen nicht als Unfall anzusehen ist; das Merkmal dient somit der Abgrenzung eines äußeren Vorganges von krankhaften Veränderungen im Inneren des menschlichen Körpers.

Zur Anerkennung des Zusammenhangs eines Ereignisses mit einem Gesundheitsschaden genügt es nicht, wenn das Ereignis nur der äußere Anlaß, die Gelegenheitsursache für das Hervortreten einer bereits vorhandenen Erkrankung ist.

 

Um solche Ereignisse handelt es sich, wenn die Unfälle Folge krankhafter Erscheinungen oder der Konstitution des Betroffenen sind, was dann der Fall ist, wenn die körpereigene Ursache zwangsläufig zu dem eingetretenen Unfallverlauf geführt hat (vgl. BSG SozR 3- 2200 § 548 Nr. 15; SozR 2200 § 548 Nr. 75; 81).

Die innere Ursache muß mit Wahrscheinlichkeit die allein wesentliche Bedingung des Unfalls gewesen sein (BSG SozR 3-2200 § 548 Nr. 14), sie muß als solche - ebenso wie betriebsbedingte Ursachen - mit Gewißheit bewiesen sein (BSG SozR 2200 § 548 Nr. 84; Urteil vom 24.02.1988 - 2 RU 30/87 - = USK 88 25; Bereiter-Hahn/Schieke/Mehrtens, a.a.O.).


Urteil des LSG Nordrhein-Westfalen vom 16.04.2008 - L 17 U 131/07:

 

sozialgerichtsbarkeit.de

Bloß abwartendes Stehen in der Schweißkabine eines Kollegen, kein Nachweis  betriebsbezogener Umstände (Stolperfallen, schlechte Luft...), stelle keine  wesentliche Teilursache für den Sturz auf das Schultergelenk und die Schulterverletzung dar.

Auch wenn nach dem Gesamtergebnis der Beweisaufnahme im Verwaltungs- und Gerichtsverfahren nicht mit der notwendigen an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit feststeht, dass der Versicherte aus innerer Ursache stürzte, fehlt es zwar nicht an der haftungsbegründenden Kausalität, aber am betrieblich bedingten Umstand, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als Ursache des Sturzes festgestellt ist. 

 

Die "innere Ursache" ist tot, es lebe die Unfallkausalität?

siehe auch

Unfall

Versicherungsfall

Unfallkausalität

haftungsbegründende Kausalität

Wahrscheinlichkeit

Beweislast

 

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