Gelegenheitsursache

Bedeutung für den Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung   

Eine Gelegenheitsursache ist eine Ursache, bei der zwischen dem eingetretenen Schaden und der Arbeit eine rein zufällige Beziehung besteht, d.h. wenn die krankhafte Veranlagung oder das anlagebedingte Leiden so leicht ansprechbar waren, daß es zur Auslösung akuter Erscheinungen nicht besonderer, in ihrer Eigenart unersetzlicher Einwirkungen bedurfte, sondern auch ein anderes alltäglich vorkommendes Ereignis zu etwa der selben Zeit oder in naher Zukunft den selben Erfolg herbeigeführt hätte.
 
Eine solche untergeordnete Bedeutung wird jedenfalls auch immer dann anzunehmen sein, wenn das Ereignis "der letzte Tropfen" war, "der das Maß zum Überlaufen brachte bei einer Krankheit, die ohnehin ausgebrochen wäre, wenn ihre Zeit gekommen war" (...).
 
Sogenannte Gelegenheitsursachen sind keine rechtlich wesentliche Ursachen; sie begründen somit keine Leistungsansprüche. 

Geeigneter Unfallhergang und Beweis des Vorschadens


Wenn nach der Unfallmechanik nur eine degenerative Veränderung als Ursache eines Achillessehnenruptur in Betracht kommt, kann ein äußeres Ereignis auch dann nicht als wesentliche  Ursache angenommen werden, wenn ein degenerativer Vorschaden nicht nachgewiesen werden kann. 
Bei alltäglich vorkommenden Ereignissen oder Bewegungsabläufen bedarf es besonderer Umstände, um sie als ihrer Art nach unersetzliche äußere Einwirkungen einzuordnen. 
LSG Berlin-Brandenburg vom 03.04.2008, L 3 U 179/06

https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=77754

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Die versicherte Verrichtung muss eine Wirkursache (ggf neben anderen Wirkursachen) der Einwirkung, die Einwirkung eine Wirkursache (ggf neben anderen Wirkursachen) des Gesundheitserstschadens sein.


Bundessozialgericht Urteil vom 24.07.2012 - B 2 U 9/11 R

https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=158625 


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