100 Fragen zu Arbeitsunfall und Leistungen

Die Antworten sollen Ihnen eine erste Orientierung geben. Im konkreten Einzelfall lassen Sie sich am besten von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern  des zuständigen UV-Trägers beraten.

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Die besonderen Regelungen der landwirtschaftlichen gesetzlichen Unfallversicherung und der Unfallversicherung der öffentlichen Hand werden hier nicht berücksichtigt .
 
Wichtig: Ich kann und will keine Rechtsberatung leisten! Das hier mache ich sozusagen als Freizeitvergnügen.
Weitere Hinweise finden Sie im Glossar

 
1.Bei wem versichert? 2.Persönliches Anmelden nötig? 3.Minijobber versichert? 4.Selbstständige versichert? 5.Wer ist versichert? 6. Unfall melden? 7.Antrag? 8.Arbeitsunfall? 9.Berufskrankheit? 10.Häufigste BK? 11.Leistungen bei drohender BK? 12.Wer berät mich?  13.Telearbeitsplatz versichert?  14.Wegeunfall? 15.Frühstück kaufen versichert? 16. Direkter Weg? 17.Betriebsweg? 18.Schadensersatz? 19.Sachschäden? 20.Mittagspause versichert? 21.Toilettengang etc versichert? 22.Raucherpause versichert? 23 Fußballturnier versichert? 24.Weihnachtsfeier etc. versichert? 25.Selbst schuld? 26.Schmerzensgeld? 27.Durchgangsarzt? 28.Unfall bei der Behandlung? 29. Hausarztbehandlung? 30.Privatpatient? 31.Handverletzungen? 32.Zuzahlungen? 33.Brillenschaden? 34.Zahnersatz? 35.Psychisches Trauma? 36.Stationärer Eigenanteil?  37.Verletzungsartenverfahren? 38.Anschlussheilbehandlung? 39.Haushaltshilfe? 40.Hilfe im Haushalt? 41.EAP?  42.Eigenanteil für Physiotherapie? 43.Hilfsmittel und Eigenanteil? 44.Orthopädische Schuhe? 45.Fahrkosten? 46.Krankentransport und Taxi? 47.Nach der Entgeltfortzahlung? 48.Entgeltfortzahlung verweigert? 49.Kündigungsschutz? 50. Verletztengeld und Einkommenssteuer? 51. Wie hoch Verletztengeld? 52. Rehamanagement? 53. BG-Unfallklinik? 54. Arbeiten trotz Arbeitsunfähigkeit? 55.Belastungserprobung? 56.Sehnenschäden kein Unfall? 57.Leistungsausschluss? 58.Versicherungsfall? 59.Ursachenzusammenhang? 60.Beweislast? 61.Verletztengeld wie lange? 62.Nie mehr arbeitsfähig? 63. Betriebliches Eingliederungsmanagement? 64.Teilhabe am Arbeitsleben? 65.  Umschulung Leistungen? 66.Rente? 67.Ab wann Rente? 68.Rente wie hoch? 69.Jahresarbeitsverdienst? 70.Mindest-JAV? 71. JAV und junge Menschen? 72.Höchst-JAV? 73. MdE? 74.Gutachter aussuchen? 75.MdE-Tabellen? 76.Gesamt-MdE? 77.MdE und mehrere Unfälle? 78.Besondere berufliche Betroffenheit? 79.Schwerverletzte und MdE? 80. Unfallrente steuerpflichtig? 81.Unfallrente und RV-Rente? 82.Unfallrente wie lange? 83.Gesamtvergütung? 84. Vorläufige Rente? 85.Widerspruch? 86.Rentenanpassung? 87. Verschlimmerungsantrag? 88. Rentenabfindung? 89.Kraftfahrzeughilfe? 90.Wohnungshilfe? 91.Teilhabe am Gemeinschaftsleben? 92.Persönliches Budget? 93.Pflege? 94.Pflegegeld? 95.Heimpflege? 96. Hinterbliebenenleistungen? 97. Sterbegeld? 98. Waisenrente? 99. Witwenrente und Einkommensanrechnung? 100.Witwenrente und Wiederheirat?
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1. Ich bin Arbeitnehmer/in. Bei wem bin gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert? Das hängt vom Arbeitgeber ab.  In Frage kommen gewerbliche und  landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften sowie Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand (Unfallkassen). Zu den gewerblichen 
Berufsgenossenschaften
und den 
Unfallkassen

2. Muss ich mich als Arbeitnehmer/in anmelden  oder muss mich mein Arbeitgeber bei der BG anmelden, damit ich gesetzlich unfallversichert bin?  Nein.  Der Versicherungsschutz besteht bzw. entsteht automatisch. 

3. Ich bin geringfügig beschäftigt. Bin ich trotzdem gesetzlich unfallversichert?  Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Minijobber


4. Ich bin selbstständig berufstätig. Was ist da beim Versicherungsschutz zu beachten?  Das hängt von Ihrer Branche, Ihrem rechtlichen Status und dem fachlich zuständigen UV-Träger ab. Lassen Sie sich am besten von ihrem UV-Träger beraten. Die gesetzliche Unfallversicherung leistet mehr als die Private.  Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Private Unfallversicherung - Unterschied zur gesetzlichen Unfallversicherung


5. Stehen nur abhängig Beschäftigte und satzungsmäßig freiwillig oder pflichtversicherte Unternehmer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung? Nein, siehe 

Versicherte kraft Gesetzes /Unechte Unfallversicherung

 

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6. Wer muss dem UV-Träger meinen Arbeitsunfall melden? Der Arbeitgeber mit der  

Unfallanzeige 


7. Leistet der UV-Träger nur auf Antrag? In der Regel gilt das Amtsermittlungsprinzip, bei einigen Leistungen ist ein Antrag  Voraussetzung.

8. Wie wird der Unfall für den Arbeitsunfall definiert? Was ist ein Arbeitsunfall? Siehe Glossarbeiträge

Unfall 

und 

Arbeitsunfall

9. Was ist Voraussetzung für eine Berufskrankheit? 

siehe 

Berufskrankheit


10. Was sind die häufigsten angezeigten Berufskrankheiten? Laut BAUA für das Jahr 2015 in absteigender Folge: Hauterkrankungen (BK-Nr. 5101), Lärmschwerhörigkeit (BK-Nr. 2301), Lendenwirbelsäule-Heben  (BK-Nr. 2108), Lungen-/Kehlkopfkrebs Asbest (BK-Nr. 4104), Asbestose (BK-Nr. 4103), Atemwegserkrankungen (BK-Nr. 4301), Infektionskrankheiten (BK-Nr. 3101), Atemwegserkrankungen chemisch-irritativ/toxisch (BK-Nr. 4302), Silikose (BK-Nr. 4101). http://www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-Praxis/Statistiken/Arbeitswelt/Arbeitswelt-2015-04.html

11. Gibt es bereits Leistungen des UV-Trägers, wenn nur die Entstehung einer Berufskrankheit droht? Ja, unter den Voraussetzungen des § 3 BKV gesetze-im-internet.de/bkv/gesamt.pdf
12. Ich habe nach meinem Arbeitsunfall Fragen, nämlich zu einzelnen Leistungen, zum Heilverfahren, wie es mit mir weitergeht. Wer hilft? Die Sachbearbeiter-innen Ihres UV-Trägers. Siehe Glossarbeitrag zum Thema Rechtsanspruch auf 

Beratung


13. Ich habe einen Telearbeitsplatz. Wo und wann bin ich dort versichert? 
Solange Telearbeiter im Arbeitszimmer der Privatwohnung ihrer dienstlichen Tätigkeit nachgehen, sind sie unfallversichert. Also nicht versichert: Wenn das Arbeitszimmer verlassen wird,  im Arbeitszimmer private Tätigkeiten verrichtet werden, der Weg in Küche oder das Badezimmer bzw die Toilette, andere Unterbrechungen der Arbeitstätigkeit usw. 

siehe aber hier


14. Wo beginnt und endet der gesetzlich unfallversicherte Weg zur Arbeit? Bin ich schon im Treppenhaus meines Wohnhauses versichert? Oder in der Tiefgarage meines Wohnhauses? Der Versicherungsschutz beginnt erst mit Verlassen des Hauses, dem Durchschreiten der Außenhaustür. Siehe Glossarbeitrag zum Thema  

Wegeunfall


15. Bin ich unfallversichert, wenn ich vom direkten Weg von der Wohnung zur Arbeit abweiche, um mir mein Frühstück für die Arbeit zu kaufen oder um zu tanken? Nein. siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Unterbrechung (des Weges von und zur Arbeitsstelle)


16. Ist nur die kürzeste Wegstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte versichert? Siehe Glossarbeitrag  

Wegeunfall    


17. Was ist der Unterschied zwischen einem Wegeunfall und einem versicherten Betriebsweg? 

Siehe  Betriebsweg

 

 

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18. Am meinem Wegeunfall ist ein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt bzw. schuld. Was bedeuten die Leistungen des UV-Trägers in Bezug auf meine Schadensersatzansprüche? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Anspruchsübergang


19. Haftet der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung auch für Sachschäden, also für den Schaden an meinem Auto, der bei dem Wegeunfall entstanden ist? Nein, das ist gesetzlich nicht vorgesehen. Die Entschädigungsansprüche hängen stets von persönlichen Gesundheitsschäden oder dem Tod infolge der Versicherungsfälle ab.
20. Bin ich auch in der Mittagspause unfallversichert? Das hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Grundsätzlich ist Essen und Trinken während einer Arbeitspause unversichert, denn das gehört zum privaten, persönlichen Lebensbereich. Die Wege zum und vom Essensplatz sind allerdings versichert. Das gilt sowohl für Wege auf dem Betriebsgelände als auch für Wege außerhalb des Betriebsgeländes. Wege außerhalb des Betriebsgeländes zur Besorgung von Nahrungsmitteln stehen dann unter Versicherungsschutz, wenn der Einkauf dem alsbaldigen Verzehr am Arbeitsplatz und der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit dient. siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Essen und Trinken    

Mittagspause   

Arbeitspause


21. Toilettengang, Arbeitspausen, Aufenthalt in der Teeküche...: Sind private Verrichtungen auf der Arbeitstätte versichert? Siehe Antwort 20 und Glossarbeitrag zum Thema 

Notdurft


22. Bin ich in der Raucherpause vor dem oder im Betriebsgebäude bzw. auf dem Weg dorthin unfallversichert? Nein.
 
Schafft wohl keine(r): mit dem Rauchen aufhören?

23. Wir veranstalten in unserem Unternehmen ein Fußballturnier für fußballbegeisterte Kollegen. Ist das als Betriebssport gesetzlich unfallversichert? Nein, das hat das Bundessozialgericht klargestellt. Siehe 

Fußballturnier


24. Weihnachtsfeier, Betriebsausflug usw. Bin ich auf einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung versichert? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung     

25. Bin ich auch gesetzlich unfallversichert, wenn ein Verstoß gegen Sicherheitsvorschriften oder mein fahrlässiges Handeln zum Unfall geführt hat? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Verbotswidriges Handeln 


26. An meinem Arbeitsunfall oder Wegeunfall ist mein Chef oder ein Kollege schuld. Habe ich Anspruch auf zivilrechtlichen Schadensersatz oder Schmerzensgeld? Bei  Arbeitsunfällen  sind  privatrechtliche  Schadensersatzansprüche  gegen  den  Arbeitgeber  (Unternehmer)  oder  Arbeitskollegen   (andere   im   Betrieb  tätige   Personen)   wegen   Personen- und  Gesundheitsschäden  weitgehend  ausgeschlossen  (§§  104  ff.  SGB  VII).  
Daher   bestehen   grundsätzlich   nur sozialversicherungsrechtliche Ansprüche  gegen  die  gesetzliche  Unfallversicherung  und  keine  arbeits-  bzw. zivilrechtlichen   Haftungsansprüche gegenüber  dem  Arbeitgeber  oder  Arbeitskollegen. Auf Sonderfälle, z. B. wenn Arbeitnehmer   mehrerer  Arbeitgeber  vorübergehend  Tätigkeiten  auf  einer  gemeinsamen  Betriebsstätte verrichten, (§  106  Abs.  3  3. Alternative  SGB  VII), wird hier nicht eingegangen.

 

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27. Was ist ein "Durchgangsarzt"? Habe ich freie Arztwahl? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Durchgangsarzt


28. Bin ich gesetzlich unfallversichert, wenn ich wegen der berufsgenossenschaftlichen Heilbehandlung, d. h. wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit einen Arzt, ein Krankenhaus oder einen Physiotherapeuten aufsuche? Ja. Siehe 

Mittelbare Folgen eines Versicherungsfalls


29. Kann ich mich auch von meinem Hausarzt wegen der Folgen eines Arbeitsunfalls behandeln lassen? siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Hausarzt-Behandlung


30. Ich bin als Arbeitnehmerin privat krankenversichert. Kann und soll ich mich wegen der Folgen eines Arbeitsunfalls privat behandeln lassen? Auch für privat Krankenversicherte gelten die Regelungen des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens. Vorteile für die Versicherten: Kein bürokratischer Aufwand, da die Behandler direkt mit der BG abrechnen und keine Mehrkosten im Sinne eines Selbstbehalts, wie er oft in der privaten Krankenversicherung üblich ist. Melden Sie sich unverzüglich telefonisch bei dem UV-Träger, wenn Ihre Arbeitsunfähigkeit über die Entgeltfortzahlung hinaus dauert. Dann kommen Sie schneller an Ihr 

Verletztengeld


31. Ich bin durch den Arbeitsunfall schwer an der Hand verletzt worden. Warum muss ich zu einem spezialisierten Arzt (Handchirurg)? siehe 

Handchirurgisches Verfahren

32. Muss ich Zuzahlungen zu Medikamenten leisten, die ich aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit benötige? In der Regel nein, siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Heilmittel


33. Mir ist bei der Arbeit die Brille von der Nase "geschlagen" worden. Zahlt die BG etwas zur Neuanschaffung dazu? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Brille


34. Mir hat ein Werkzeug bei der Arbeit einen Zahn ausgeschlagen. Habe ich ich auch Anspruch auf Zahnersatz gegen den UV-Träger? Ja.


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35. Ich habe während der Arbeit oder auf dem Weg dorthin etwas Schreckliches erlebt ( Raubüberfall, sexueller Übergriff, schwerer Unfall mit Todesgefahr, schwere Verletzung oder Tod eines anderen Menschen, Amoklauf, Terroranschlag...) und fühle mich psychisch krank. Wie hilft der UV-Träger? Wenn der UV-Träger nicht von selbst auf Sie zukommt (z. B. psychologische Beratung anbietet), rufen Sie dort an! Die UV-Träger haben ein Netz von auf Traumabehandlung spezialisierten Psychotherapeuten aufgebaut. Warten Sie nicht weiter!
 

Psychotherapeutenverfahren

36. Ich werde auf Kosten des UV-Trägers stationär behandelt. Muss ich im Krankenhaus einen Eigenanteil bezahlen? Nein. siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Stationäre Behandlung


37. Die behandelnden Ärzte sagen, ich müsse in ein anderes Krankenhaus zur Weiterbehandlung verlegt werden, weil nur dieses die Zulassung zum (Schwerst-)Verletzungsartenverfahren hat. Was bedeutet das? Der Gesetzgeber verpflichtet die UV-Träger zur optimalen Heilbehandlung. Deshalb ist die an der Verletzungsschwere orientierte Behandlung in zugelassenen Krankenhäusern zwingend. Das dient in erster Linie Ihnen. siehe Schwerstverletzungsartenverfahren - Katalog

38. Gibt es so etwas wie eine stationäre Anschlussheilbehandlung auch im Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

BGSW

39. Ich bin berufstätige Mutter und muss wegen eines Arbeitsunfalls ins Krankenhaus. Leistet der UV-Träger Haushaltshilfe für die Versorgung meiner Kinder? Siehe 

Haushaltshilfe


40. Ich bin alleinstehend und kann in der Akutphase nach der stationären Versorgung meinen Haushalt vorübergehend nicht allein führen. Kommt dafür eine Leistung des UV-Trägers in Betracht? Siehe 

Ergänzende Leistungen

 

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41. Leistet der UV-Träger auch bei der physikalischen Therapie mehr als die gesetzliche Krankenversicherung? Siehe 

EAP  und 

KSR


42. Muss ich für zu Lasten des UV-Trägers verordnete Krankengymnastik und Physiotherapie einen Eigenanteil zahlen? Neinsiehe Glossarbeitrag zum Thema 

Heilmittel


43. Ich benötige wegen der Folgen des Arbeitsunfalls Hilfsmittel. Muss ich dafür Eigenanteile zahlen? In der Regel nicht. siehe 

Hilfsmittel


44. Ich benötige wegen des Arbeitsunfalls orthopädische Schuhe. Was ist dabei zu beachten? Abhängig von der Bedarfsstufe kommen unterschiedliche Ausführungen von nach orthopädischer Maßgabe zugerichteten Schuhen in Betracht. In der Regel wenden Sie sich an Ihren Durchgangsarzt wegen der ärztlichen Verordnung. Unter Umständen werden Sie auch zu einer speziellen Schuhsprechstunde eingeladen. Bei diesen Hilfsmitteln gelten Eigenanteile wegen der Ersparnis der Kosten für gewöhnliche Schuhe. Das ergibt sich aus den Hilfsmittel-Richtlinien der UV-Träger ( zu finden auf den Seiten des DGUV). 
45. Werden Fahrtkosten zur Heilbehandlung erstattet? In welcher Höhe?
Der UV-Träger erstattet bei Fahrten (z.B. zum Arzt, zur Physiotherapie, zum Krankenhaus) mit dem PKW 0,20 Euro je Kilometer, höchstens jedoch 130 Euro insgesamt für An- und Abreise. Es wird nur die verkehrsübliche Strecke berücksichtigt.
Fahrkosten öffentlicher Verkehrsmittel werden für die 2. Klasse erstattet. Einsparmöglichkeiten wie BahnCard oder Monatskarte müssen genutzt werden und können erstattet werden, falls sich dadurch insgesamt niedrigere Fahrtkosten ergeben. Weiteres regeln die Reisekostenrichtlinien der UV-Träger.
 

Fahrtkostenerstattung


46. Ich kann wegen der akuten Folgen des Arbeitsunfalls nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder meinem Auto zur Heilbehandlung fahren. Werden auch Taxikosten erstattet?
Taxikosten werden nur mit ärztlicher Notwendigkeitsbescheinigung erstattet. Über die Notwendigkeit entscheidet zunächst der behandelnde Durchgangsarzt bzw. die Sachbearbeitung des UV-Trägers. Nur wegen einer Daumenverletzung werden Sie allerdings nicht auf Kosten der BG Taxi fahren dürfen.
47. Die Entgeltfortzahlung meines Arbeitgebers läuft nach einem Arbeitsunfall aus. Was muss ich tun? Wenn Sie nicht geringfügig krankenversichert sind, wenden Sie sich an Ihre gesetzliche Krankenkasse. Diese berechnet das Verletztengeld und zahlt es im Auftrag des UV-Trägers aus. Geringfügig Beschäftigte wenden sich am besten direkt an den UV-Träger.

48. Mein Arbeitgeber verweigert nach einem Arbeitsunfall die Entgeltfortzahlung.  Stehe ich während meiner Arbeitsunfähigkeit jetzt ganz ohne Geld da? Nein. Wenden Sie sich an Ihren UV-Träger, falls Ihre gesetzliche Krankenkasse nicht von sich aus die Gewährung von Verletztengeld prüft. Rufen Sie so früh wie möglich bei der Krankenkasse oder dem UV-Träger an. Wenn der Arbeitgeber zu Unrecht die Entgeltfortzahlung verweigert und der UV-Träger VG erbringt, geht Ihr Anspruch auf EFZ kraft Gesetzes auf den UV-Träger über. siehe 

Entgeltfortzahlung


49. Habe ich wegen des Arbeitsunfalls besonderen Kündigungsschutz, wenn ich länger arbeitsunfähig bin? Nein.


50. Ist das Verletztengeld der gesetzlichen Unfallversicherung steuerpflichtig? Nein, aber ... siehe 

Verletztengeld


51. Wie hoch ist das Verletztengeld bei Arbeitnehmern? Das Verletztengeld beträgt 80% des entgangenen regelmäßigen Brutto-Arbeitsentgelts, darf aber nicht höher sein als das regelmäßige Netto-Arbeitsentgelt. Davon werden noch die Beitragsanteile zur Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. siehe 

Höhe des Verletztengelds

52. Was ist das Rehamanagement und was habe ich davon? Siehe Glossarbeitrag zum Thema  

Rehaberater 


53. Der UV-Träger möchte, dass ich mich in einer Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik vorstelle. Was bedeutet das und  was muss ich beachten?  Der UV-Träger ist gesetzlich verpflichtet, für eine optimale Heilbehandlung zu sorgen. Er bedient sich dabei der besonderen Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie einer BGU. Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Heilbehandlung

Berufsgenossenschaftliche Unfallkliniken

Mitwirkungspflichten der Versicherten


54. Ich bin krank geschrieben, möchte aber aus eigener Initiative schon wieder an meinen Arbeitsplatz. Bin ich dann unfallversichert? Sobald Sie Ihre berufliche Tätigkeit wieder aufnehmen, sind Sie gesetzlich unfallversichert. Damit endet auch ein etwaiger Verletztengeldanspruch. 

55. Ich bin noch arbeitsunfähig geschrieben. Mein Durchgangsarzt oder der UV-Träger vereinbaren mit meinem Arbeitgeber eine Belastungserprobung. Was bedeutet das?  Siehe Glossarbeitrag zum Thema

Belastungserprobung

 

56. Der UV-Träger erkennt meinen Sehnenschaden nicht an. Woran kann das liegen? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Achillessehnenriss 

Quadrizepssehnenriss 

Rotatorenmanschettendefekt     


57. Gibt es so etwas wie einen Leistungsausschluss für Vorerkrankungen auch in der gesetzlichen Unfallversicherung? Das Thema ist nicht so einfach. Klar ist aber, dass nur Gesundheitsschäden zu entschädigen sind, die der Versicherungsfall objektiv und rechtlich wesentlich verursacht hat. Degenerative Schäden, die zufällig anlässlich eines Arbeitsvorgangs akut werden oder erstmals nach einem "Unfall" erkannt werden, darf die gesetzliche Unfallversicherung nicht entschädigen. Siehe 

Gelegenheitsursache 

Vorschaden

58. Was sind die grundsätzlichen Voraussetzungen für einen Versicherungsfall der gesetzlichen Unfallversicherung? Siehe 

Versicherungsfall


59. Ich höre und lese in meiner Unfallsache immer wieder die  Begriffe Kausalität, Ursachenzusammenhang, objektive Kausalität, haftungsbegründender Zusammenhang usw., gerade bei den medizinischen Fragen. Was ist  das? Die Begriffe hat das Bundessozialgericht vorgegeben und definiert. Siehe 

Kausalzusammenhang  

haftungsbegründende Kausalität

Haftungsausfüllende Kausalität

vorher war ich doch gesund! muss doch vom Unfall...Reicht nicht

60. Wer muss eigentlich was beweisen beim Versicherungsfall in der gesetzlichen Unfallversicherung? Siehe 

Beweislast

Beweist Ihr doch, dass es nicht vom Unfall kam... Reicht nicht
61. Wie lange wird das Verletztengeld gezahlt? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Ende des Verletztengeldanspruchs

bis ans Ende aller Tage VG, nö, geht nicht...

62. Es sieht so aus, als könnte ich meinen vor dem Arbeitsunfall ausgeübte berufliche Tätigkeit nicht mehr auf Dauer ausüben. Wie lange bekomme ich noch Verletztengeld? Siehe 

Ende des Verletztengeldanspruchs


63. Wie kann mir mein Arbeitgeber mit dem betrieblichen Eingliederungsmanagement helfen? Das BEM ist Aufgabe des Unternehmers, nicht der Berufsgenossenschaft. Oft gibt es doch noch Möglichkeiten im Betrieb, das Arbeitsverhältnis trotz der gesundheitlichen Einschränkungen zu erhalten, insbesondere durch Umsetzung oder innerbetriebliche Qualifikation. Hier können Sie gemeinsam mit der Rehaberatung der UV und dem Arbeitgeber nach einer Lösung suchen. Siehe auch Erläuterungen des BMAS  http://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsschutz/Gesundheit-am-Arbeitsplatz/betriebliches-eingliederungsmanagement.html

64. Welche Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sind möglich? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben


65. Wie ist mein Lebensunterhalt abgesichert, wenn ich zu Lasten des UV-Trägers umgeschult werde? Siehe 

Übergangsgeld

66. Nach meinem Arbeitsunfall sind doch Einschränkungen verblieben. Ich habe gehört, dass es eine Rente geben kann. Kann ich davon leben? Was muss ich tun, um die Rente zu bekommen? Wenn eine Rente gezahlt wird, dann meistens nach einer MdE von 20% gezahlt. Siehe Unfallrente berechnen (Beispiel).  Der Rentenanspruch wird vom UV-Träger von Amts wegen geprüft. Sie können aber jederzeit einen formlosen Antrag stellen, auch telefonisch.  Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Rente.


67. Wann beginnt die Rente der gesetzlichen Unfallversicherung?Siehe 

Rentenbeginn


68. Wie hoch ist die Rente der gesetzlichen Unfallversicherung? Siehe Glossarbeitrag zum Thema Rente und Unfallrente berechnen (Beispiel)

jetzt gehe ich in Rente - na ja...

69. Wonach richtet sich der Jahresarbeitsverdienst? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Jahresarbeitsverdienst


70. Wie sorgt der Mindest-Jahresarbeitsverdienst für eine soziale Komponente der Rente? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Mindestjahresarbeitsverdienst


71. Ich befand mich zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls noch in Schul- oder Berufsausbildung und habe deshalb nichts oder nur wenig verdient. Richtet sich meine Rente auf immer nach dem geringen Verdienst? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

JAV für junge Menschen


72. Ab welcher Höhe wird der Jahresarbeitsverdienst gekappt? Sobald der in der Satzung des zuständigen UV-Trägers festgelegte Höchstbetrag überschritten wird.

73. Wie wird die Minderung der Erwerbsfähigkeit ermittelt und wonach richtet sie sich? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Minderung der Erwerbsfähigkeit


74. Darf ich mir meinen Gutachter aussuchen? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Gutachterauswahl


75. Gibt es MdE-Tabellen für bestimmte Verletzungszustände? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

MdE-Erfahrungswerte


76. Der UV-Träger lässt mich von Ärzten verschiedener Fachgebiete begutachten. Werden die einzelnen MdE-Sätze zusammenaddiert? Nein, siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Gesamt-MdE


77. Ich habe mehrere Arbeitsunfälle oder Berufkrankheiten erlitten. Werden deren Folgen zu einer MdE aufaddiert und gemeinsam entschädigt? Nein. Jeder Versicherungsfall wird für sich entschädigt. Siehe 

Stützrente


78. Ich habe gehört, dass die MdE bei besonderer beruflicher Betroffenheit erhöht werden kann. Gilt das auch für mich? Wenn Sie einen ganz"normalen" Beruf haben, nein. siehe Glossarbeitrag zum Thema         

Besondere berufliche Betroffenheit     

und  

MdE


79. Bekommen Schwerverletzte unter bestimmten Voraussetzungen mehr Rente? Siehe Glossarbeitrag 

Rentenerhöhung für Schwerverletzte

​​​​​80. Ist die Rente der gesetzlichen Unfallversicherung steuerpflichtig? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Rente


81. Ich habe Anspruch auf eine Rente des UV-Trägers. Daneben wird mir eine Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung anerkannt. Bekomme ich beide Renten in voller Höhe? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Rentenversicherungsrente neben Unfallrente  Kürzung

82. Wie lange wird die Rente der gesetzlichen Unfallversicherung gezahlt? Renten als vorläufige Entschädigung und Renten auf unbestimmte Zeit werden solange gezahlt, wie eine rentenberechtigende Minderung der Erwerbsfähigkeit vorliegt. Also auch nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben!

83. Der UV-Träger zahlt mir eine Rente als Gesamtvergütung. Was bedeutet das und  was muss ich beachten? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Gesamtvergütung


84. Was bedeutet Rente als vorläufige Entschädigung und was ist die Rente auf unbestimmte Zeit? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Rente als vorläufige Entschädigung   

Rente auf unbestimmte Zeit

85. Ich bin mit einer Entscheidung des UV-Trägers nicht einverstanden. Was kann ich dagegen tun? Siehe Glossarbeitrag zum  Thema 

Rechtsbehelfsbelehrung und Widerspruch

86. Werden die Renten der gesetzlichen Unfallversicherung jährlich angepasst? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Anpassung von Geldleistungen


87. Ich bekomme eine laufende Rente und meine Unfallfolgen sind schlimmer geworden. Wie und wo stelle ich einen "Verschlimmerungsantrag", damit geprüft werden kann, ob mir eine höhere Rente zusteht? Am besten stellen Sie sich bei Ihrem D-Arzt vor, der dann Ihren Wunsch im Bericht an den UV-Träger weitergeben kann
88. Ich beziehe eine laufende Rente der gesetzlichen Unfallversicherung und brauche eine größere Summe Geld, z. B um ein Haus zu kaufen. Kann die Verletztenrente abgefunden werden? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Abfindung der Unfallrente

89. Ich bin wegen der Folgen des Versicherungsfalls stark dauerhaft gehbehindert und kann deshalb öffentliche Verkehrsmittel nur schwer oder gar nicht nutzen. Kann mich der UV-Träger bei der Anschaffung oder Umrüstung eines Kraftfahrzeugs finanziell unterstützen? Siehe 

Kraftfahrzeughilfe


90. Ich bin aufgrund des Arbeitsunfalls querschnittsgelähmt. Meine Wohnung muss umgebaut werden, damit ich mit Rollstuhl klar komme. Wie hilft mir dabei der UV-Träger? Siehe 

Wohnungshilfe


91. Welche Leistungen der sozialen Rehabilitation kommen grundsätzlich im Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung in Betracht? Siehe 

Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft


92. Was ist ein "persönliches Budget" ? Siehe 

Budget

93. Ich bin wegen der Folgen eines Arbeitsunfall pflegebedürftig. Was leistet der UV-Träger? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Pflege


94. Richtet sich das Pflegegeld der gesetzlichen Unfallversicherung auch nach Stufen wie bei der gesetzlichen Pflegeversicherung? Nein, siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Pflegegeld


95. Ich benötige wegen des Arbeitsunfalls Heimpflege. Was ist dabei zu beachten? Siehe 

Heimpflege und 

Rentenminderung bei Heimpflege

96. Mein Mann/ meine Frau ist durch einen Arbeitsunfall/Wegeunfall ums Leben gekommen. Welche Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung kommen in Frage? Siehe Glossarbeitrag zum Thema 

Hinterbliebenenleistungen


97. Meine ledige Tochter bzw. mein lediger Sohn ist infolge eines Versicherungsfalls der gesetzlichen Unfallversicherung ums Leben gekommen. Zahlt der UV-Träger die Bestattungskosten?  Siehe 

Sterbegeld


98. Die durch den Versicherungsfall verstorbene Person hinterlässt Kinder. Wie lange wird Waisenrente gewährt? Siehe 

Waisenrente


99. Ich beziehe eine Witwenrente/Witwerrente/Waisenrente der gesetzlichen Unfallversicherung. Wird darauf sonstiges Einkommen, das ich beziehe, angerechnet? Siehe 

Einkommensanrechnung


100. Was passiert, wenn ich als Witwen- oder Witwerrentenbezieher-in der gesetzlichen Unfallversicherung wieder heirate? Die Rente wird dann abgefunden. Siehe https://dejure.org/gesetze/SGB_VII/80.html

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