Burn out - eine Berufskrankheit?

 

Ist burn out eine anerkannte Diagnose?

Aus dem Positionspapier der Deutschen Rentenversicherung  zur Bedeutung psychischer Erkrankungen in der Rehabilitation und bei Erwerbsminderung, Stand 2014:/…pospap_psych_Erkrankung.html
 
„…Der Begriff „Burnout“ wird gegenwärtig kontrovers diskutiert. Das stress-assoziierte Burnout-Syndrom stellt einen Risikofaktor für die Entwicklung körperlicher oder psychischer Erkrankungen dar. Wissenschaftliche Kriterien, die eine eigenständige Burn- out-Diagnose begründen, liegen derzeit nicht vor.…“
 
„…Die Beschwerden, die im Zusammenhang mit Burnout beschrieben werden, erfüllen nach den gängigen Klassifikationssystemen nicht die Kriterien einer krankheitswertigen Störung und rechtfertigen daher keine eigenständige „Burnout-Diagnose“. Burnout wird im Kapitel 11 (sogenannte Z-Diagnosen) der ICD-10 verschlüsselt,
d. h. als Faktor, „der den Gesundheitszustand beeinflusst und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führt“. ...“
 
Wird auch in der ICD 11 ähnlich wiedergegeben:
 
 
Unautorisierte Übersetzung
 

Beschreibung
Burn-out ist ein Syndrom, das Folge von nicht bewältigtem chronischem Stress am Arbeitsplatz. Es ist durch drei Dimensionen gekennzeichnet: 1) Gefühle von Energieverlust oder Erschöpfung; 2) erhöhte mentale Distanz zur Arbeit oder Gefühle von Negativismus oder Zynismus in Bezug auf die Arbeit; und 3) verminderte berufliche Leistungsfähigkeit. Burn-out bezieht sich speziell auf Phänomene im beruflichen Kontext und sollte nicht zur Beschreibung von Erfahrungen in anderen Lebensbereichen verwendet werden


Konsequenzen für die Diagnostik:

„…Andererseits können die beschriebenen Symptome auf eine bereits vorliegende psychische Störung (z. B. Depression, beginnende Psychose, beginnende Demenz) oder auf körperliche Erkrankungen (z. B. Schilddrüsen-, Infektions- oder Autoimmunerkrankungen, Tumorerkrankungen) hinweisen. Daneben können diese Symptome auch auf einen Substanzmissbrauch oder Nebenwirkungen medikamentöser Therapien hindeuten.
Eine sorgfältige medizinische Differentialdiagnostik ist daher zwingend erforderlich, um die Burnout-Beschwerden näher zu analysieren und um ggf. eine adäquate somatische oder psychiatrisch-psychosomatische Behandlung durchzuführen.“


Die Anerkennung als Berufskrankheit scheitert schon daran, dass die Anlage 1 der Berufskrankheitenverordnung eine psychische Erkrankung nicht aufführt und es auch (Stand 2019) keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, die für eine Anerkennung als „Wie-Berufskrankheit“ nach § 9 Absatz 2 SGB VII sprechen.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__9

Ausführlich, auch zu weiteren Schwierigkeiten rechtlicher Natur: Aufsatz Prof. Dr. Wolfgang Spellbrink, Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht, Soziale Sicherheit 1/2019.


Psychische Belastungen und Störungen in der gesetzlichen UV

 

Kapitelübersicht

Um welche Belastungen geht es?

 

Typische Psychische Belastungen im Beruf und der Arbeitsunfall. 

Typische Extrem- oder Gewaltsituationen, die zu psychischen Gesundheitsschäden führen können:

  • Miterleben eines Schul-Amoklaufs oder einer Geiselnahme oder als Zeuge/Helfer nach einem katastrophalen Geschehen
  • als Opfer eines Raubüberfalls in einer Bank, in einer Spielhalle, im Laden oder im eigenen Taxi
  • als Opfer eines Gewaltübergriffes bei der Arbeit als Schaffner, Busfahrer, Sicherheitspersonal, Krankenschwester...
  • als beteiligter Fahrer eines Zuges oder eines Lkws bei einem Unfall mit schwerer Verletzung oder Todesfolge anderer
  • als Opfer einer Vergewaltigung auf dem Heimweg von der Arbeit oder nachts beim Zeitungzustellen oder als Aufsichtsperson...

Mehr über psychischen Belastungen  

Wann ist man psychisch krank?

Wie wird psychisch krank definiert?

Unfallverletzte und Opfer von Gewalt suchen zunehmend nach geeigneten Psychotherapeuten für psychische Belastungssymptome. Fehltage aufgrund von Arbeitsunfähigkeit und der Wunsch nach Berentung aufgrund psychischer Störungen nehmen deutlich zu.

Mehr - psychisch krank?

Psychische Traumen

Wie wird ein psychisches Trauma definiert?

In der gesetzlichen Unfallversicherung gelten dafür rechtliche und medizinische Maßstäbe. Höchstrichterliche Rechtsprechung und ein möglichst breit gestützter aktueller wissenschaftlicher Kenntnistand über einzelne Krankheiten und deren Ursachen stellen die rechtliche Gleichbehandlung der Menschen sicher. Deshalb kommt es auf internationale wissenschaftlich anerkannte Diagnosemanuale an. 

 

Definition des Gesundheitsschadens

Wie definiert die Rechtsprechung die Rechtsbegriffe

Gesundheitschaden bzw. 

Gesundheitserstschaden ?

Unfälle sind  zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führen ( § 8 SGB VII). Arbeitsunfälle sind Unfälle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz nach den §§ 2, 3 oder 6 SGB VII begründenden Tätigkeit (versicherte Tätigkeit). Auch psychische Erkrankungen können Folgen eines Arbeitsunfalls sein. Sie müssen aber klar bestimmbar sein und zeitlich, objektiv und wesentlich mit dem Arbeitsunfall zusammenhängen. 

Mehr über die Gesundheitsschäden

Ähnliche Symptome, aber andere Ursache

Etliche der relevanten Diagnosedefinitionen überschneiden sich, was die einzelnen Symptome angeht. Genaue Diagnostik ist daher notwendig, um z. B. zu klären, ob sich eine posttraumatische Belastungsstörung zurückgebildet hat und stattdessen ein anderes Krankheitsbild vorliegt. Das gelingt nicht nicht allen Therapeuten. Für die Patienten ist die richtige Diagnose aber wichtig, damit der evidenzbasierte Therapiepfad eingeschlagen wird. 

Was bedeutet Verschiebung der Wesensgrundlage?

 

Akute Belastungsreaktion

Nach extrem bedrohlichen oder schrecklichen Ereignissen (z.B. Naturkatastrophen oder von Menschen verursachte Katastrophen, körperliche Gewalt, schwere Unfälle, sexuelle Gewalt, schwerer Körperverletzung) kommt es unmittelbar zu einer Stressbelastung mit typischen Symptomen.

Mehr zur akuten Belastungsreaktion

 

Posttraumatische Belastungsstörung

Welche Traumata und Symptome werden für eine Posttraumatische Belastungsstörung

nach dem  ICD 10,

dem ICD 11 

bzw. dem  DSM 5 vorausgesetzt?

Nicht jede psychische Belastung erfüllt die Voraussetzungen einer posttraumatischen Belastungsstörung. Es gibt außer dieser Diagnose zahlreiche andere psychiatrische Diagnosen bzw Krankheitsbilder. Oft sind die Faktoren für die Entstehung wissenschaftlich noch nicht hinreichend geklärt. Eine psychische Erkrankung kann bislang nur im Versicherungsfall Arbeitsunfall entschädigt werden. Bisher wurde keine psychische Berufskrankheit in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen. 

 

Anpassungsstörung

Psychische Störungen ohne "massives Trauma"

- die Anpassungsstörung

identifizierbare psychosoziale Stressoren wie z. B. Krankheit, Behinderung, sozialökonomische Probleme, Konflikte im häuslichen oder beruflichen Umfeld bewirken vorübergehend Sorgen und Grübeln und weiteres...

Welche Belastungen  und Symptome werden dafür

nach ICD 10,

ICD 11

und DSM 5 vorausgesetzt?

 

Wie hilft die gesetzliche Unfallversicherung? 

Gefährdungsbeurteilung

Analyse der Faktoren für psychische Belastungen wie atypische Arbeitszeiten, hoher Arbeitsdruck und Arbeitsverdichtung, Kommunikation usw.

Akutintervention nach traumatischen Ereignissen

Psychotherapeutenverfahren

 

 

Freiburger Arbeitsunfallstudie

 

Kritische Begriffe

Krankheitsgewinn

Agoraphobie

 

Depression

 

Burn out

 

Dissoziative Störung

 

Mobbing

Somatoforme Störung

Somatoforme Schmerzstörung

 

  

Glossar zur gesetzlichen Unfallversicherung

Sie suchen kurze Erläuterungen der Fachbegriffe? Das Glossar (von A bis Z) führt Sie zur gesetzlichen bzw. von der Rechtsprechung geschaffenen Definition. Bitte beachten Sie die Hinweise im Impressum.
 
Eine Rechtsberatung kann und will ich nicht leisten. 
 
 
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