Somatoforme Schmerzstörung

Aus der Leitlinie Somatoforme Störungen (AWMF-Leitlinien-Register      Nr. 051/006 -

 zur ICD-10  F45.4:

"Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ASS) liegt nach ICD-10 vor, wenn ein Patient über Monate hin anhaltend über schwere und quälende Schmerzen klagt, für deren Erklärung adäquat durchgeführte somatische Untersuchungen keinen ausreichenden Anhalt ergeben und wenn emotionale und psychosoziale Belastungsfaktoren als ursächlich angesehen werden müssen. Als Kriterium für Chronizität gilt nach den Forschungskriterien, daß die Schmerzsymptomatik länger als 6 Monate bestanden haben muss".

LSG FSB Urteil - 26.03.2008 - L 2 U 226/07 (rechtskräftig - Bundessozialgericht B 2 U 136/08 B):

sozialgerichtsbarkeit.de

"... Ergänzend ist noch darauf hinzuweisen, dass der vom Senat zum ärztlichen Sachverständigen ernannte Orthopäde Dr. F. die Beurteilung durch den ärztlichen Sachverständigen Dr. K. bestätigt hat.

Wie sich auch aus den zahlreichen weiteren Gutachten und ärztlichen Berichten ergibt, hat der Unfall vom 8. Juni 1999 keine schwerwiegenden Folgen hinterlassen. Die Prellung der Weichteile des Kniegelenks kann nach medizinisch-wissenschaftlichem Kenntnisstand einen Dauerschaden des Ausmaßes, wie ihn die Klägerin schildert, nicht hinterlassen. Dies haben Dr. K. , Prof. H. , Dr. L. , Dr. K. , Dr. K. und Dr. F. überzeugend dargelegt. Die chronifizierten Beschwerden sind als psychische Störungen im Rahmen einer neurotischen Entwicklung zu sehen. Der Unfall hat nicht ursächlich zu einer psychischen Fehlverarbeitung vom Krankheitswert geführt.

Die Lebensgeschichte der Klägerin zeigt belastende Faktoren, wie die Krankheit der allein erziehenden Mutter und Eheprobleme sowie eine kontinuierliche Krankheitsentwicklung. Die Klägerin litt schon vor dem Unfall an funktionellen, d.h. psychogen verstärkten körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Migräne, wie Dr. B. im Gutachten vom 5. März 2007 ausführt. Diese Disposition gehört zu ihrer unfallunabhängigen Persönlichkeit.

Zwar ist erst mit dem Unfallereignis eine besondere Entwicklung in Gang gekommen. Hier handelt es sich aber um ein Syndrom, das in keiner Beziehung zur Schwere des auslösenden Unfallereignisses steht. Dieses hat bei der Klägerin eine vorliegende Schwäche getroffen, aber nicht wesentlich zu dem jetzigen Krankheitsbild geführt. Hier sind die früheren Belastungen im Zusammenhang mit einer angeborenen Disposition ursächlich.

Der Unfall ist als Auslöser und nicht als Ursache der Symptomatik zu sehen. Im Fall der Klägerin ist gerade das Missverhältnis zwischen dem Trauma und seinen Folgen bemerkenswert...."

 

 

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